DER WEG ZUM JAGDSCHEIN

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Um die Jägerprüfung erfolgreich ablegen zu können, wird eine Vielzahl von theoretischen und praktischen Kenntnissen benötigt. Diese Kenntnisse werden in den Vorbereitungskursen vermittelt, die in einer Jagdschule, bei einem örtlichen Kreisverband/Kreisverein oder einem Jägerverein absolviert werden können.

Der interessierte Anwärter kann dabei aus unterschiedlichen Ausbildungstypen wählen. Hierbei unterscheidet man Wochenend-Jagdkurse, Kompakt-Jagdkurse, Online-Jagdkurse und Modul-Jagdkurse. Wissenstechnisch vermitteln alle Kurse vergleichbare Inhalte, unterscheiden sich allerdings in Hinsicht auf Dauer und Flexibilität.

Themenschwerpunkte

Wildkunde

In der Wildkunde werden alle Wildarten behandelt. Man erfährt, welche unterschiedlichen Wildarten es gibt und welche Tiere zu den verschiedenen Arten gehören. Die Wildkunde beschäftigt sich außerdem mit der Skelettmuskulatur, dem Skelett-, Verdauungs- und Kreislaufsystem und mit Harn- und Geschlechtsorganen der Wildtiere.

Wildkrankheiten

Der Jäger ist verpflichtet, das Wild vor Seuchen zu schützen und es bei schweren Erkrankungen von seinen Schmerzen und Leiden zu erlösen. Um solche Situationen richtig einschätzen zu können, gibt es in der Jagdausbildung den Schwerpunkt Wildkrankheiten. Von Krankheitsursachen über rechtliche Bestimmungen bis hin zum Erkennen der Krankheit und dem richtigen Verhalten des Jägers wird hier entsprechendes Wissen vermittelt.

Jagdwaffen und Fanggeräte

Während der aktiven Jagdzeit muss der Jäger mit den verschiedensten Waffen umgehen. In der Ausbildung werden deshalb die unterschiedlichen Waffentypen und die dazugehörige Munition behandelt. Außerdem wird auf gesetzliche Grundlagen, Aufbewahrung, Unfallverhütung und Pflege der Jagdwaffen eingegangen.

Naturschutz

Eine Definition der Umweltbehörde der Vereinten Nationen sagt: „Jagd fördert den Schutz der Natur, macht ihn teilweise erst möglich und ist somit kein Gegensatz zum Naturschutz.“ Deshalb ist es auch für den Jäger wichtig, sich im Naturschutz auszukennen. Im Fachgebiet Naturschutz erfährt der Schüler etwas über rechtliche Grundlagen, die Formen des Naturschutzes sowie geschützte Tier- und Pflanzenarten.

Hege

Bei der Hege geht es um Arterhaltung, Artenvielfalt und um die Verbesserung der Lebensbedingungen bedrängter Arten. Grundeigentümer und Jagdausübungsberechtigte sind zur Hege verpflichtet. Für den Jagdschüler ist es deshalb von großer Bedeutung, über den Erhalt und die Schaffung von notwendigen Strukturen der Lebensräume Bescheid zu wissen.

Jagdpraxis

Die Jagdpraxis behandelt Inhalte, die direkt mit der Ausübung der Jagd zu tun haben. Hierzu gehören die Beurteilung des Wetters, der Bau von Ansitzen und das Verhalten des Jägers während der Einzel- oder Gesellschaftsjagd.

Behandlung des erlegten Wildes

Die Kontrolle des erlegten Wildes liegt als Erstes in den Händen des Jägers. Der Jäger darf die Beschau selbst durchführen und muss deshalb alle Merkmale kennen, die eine offizielle Fleischbeschau notwendig machen. Außerdem ist es wichtig, die geforderte Wildhygiene einzuhalten. Der Schüler muss deshalb Kenntnisse über das Aufbrechen und die Beschau, zum fachgerechten Transport und ordnungsgemäßen Kühlen sowie zum einwandfreien Erlegen erlangen.

Jagdhundewesen und jagdliches Brauchtum

Die Jagd mit Hunden hat lange Tradition. Auch heute hat der Jagdhund eine große Bedeutung. Deshalb lernt der Jagdschüler welche Jagdhunderassen es gibt und wie deren Einsatzgebiet aussieht, die wichtigsten Dinge über Jagdhundehaltung sowie die Anschaffung eines Jagdhundes. Aber auch Ausbildung und Führung sowie Hundekrankheiten sind Inhalte der Jagdausbildung.

Das Brauchtum ist auch heut noch fester Bestandteil der Jagd. Zum Brauchtum gehören Jägersprache, Bruchzeichen, Jagdhornblasen, Hubertusmesse, Jagdkleidung, Legen der Strecke und Jägerschlag

Jagdrecht und verwandtes Recht

Einen Überblick über gesetzliche Bestimmungen bekommt der Jagdschüler im Abschnitt Jagdrecht. Hier werden die verschiedenen Gesetze und Verordnungen behandelt, die für Jäger gelten. Dies sind unter anderem das Bundesjagdgesetz, die Bundeswildschutzverordnung, die Bundesartenschutzverordnung und das Waffengesetz.

Ausbildung im jagdlichen Schießen

Hier lernt der Jagdschüler den Umgang mit allen Waffenarten. Die Ausbildung erfolgt auf dem Schießstand. Skeet- und Trapstände, ein Jagdparcours, Bahnen auf den „laufenden Keiler“ und Rehbock sowie das Schießkino bieten optimale Bedingungen für das Training und Übungsschießen.

Beim Wochenend-Kurs erfolgt die Wissensvermittlung jeweils Samstag und Sonntag, an mehreren aufeinander folgenden Wochenenden. Dies ist besonders für Berufstätige vorteilhaft, die Ihre Urlaubstage nicht für die Ausbildung zum Jagdschein aufwenden möchten. Nachteilig ist allerdings die Dauer. Besucht man einen Wochenend-Jagdkurs kann sich die Jagdausbildung schon mal bis zu einem halben Jahr hinziehen.

Oftmals fehlt Jägeranwärtern die Zeit, kontinuierlich an Unterrichtsterminen und Seminaren teilzunehmen. Hier bietet sich der Besuch eines Kompakt-Jagdkurses an. Dieser Kurs findet über zwei bis drei Wochen statt. Es werden in kürzester Zeit die Inhalte der Jagdscheinausbildung vermittelt. Der Unterricht erfolgt dabei von den frühen Morgen- bis in die Abendstunden. Im Anschluss an die Jagdausbildung erfolgt die Jägerprüfung.

Wer einen Teil der Jagdausbildung bequem von zu Hause aus absolvieren möchte, bucht einen Online-Jagdkurs. Hier wird ein Teil der Theorie über Online-Videoübertragung vermittelt. Zur Vertiefung schließt sich dann noch ein externer Teil in einer Jagdschule an. Ähnlich wie beim Kompakt-Jagdkurs ist die Dauer mit 2 bis 4 Wochen eher gering.

Beim Modul-Jagdkurs sind die Ausbildungsinhalte in unterschiedliche Module eingeteilt. Der Jägeranwärter entscheidet dabei selbstständig, wann er welches Modul absolvieren möchte und hat dadurch enorme Flexibilität. Die Dauer der gesamten Jagdausbildung ist hier allerdings komplett vom Teilnehmer selbst abhängig.

Woran erkenne ich eine gute Jagdschule?

Gute Jagdschulen definieren sich vor allem über Transparenz in den Abläufen und Kosten, ein gutes Referententeam samt zugehörigem Equipment und letztlich über die Erfolgsquoten. Ein zertifiziertes Qualitätsmanagement-System (z.B. nach DIN ISO 29990) ist dabei hilfreich. Oftmals werben Jagdschulen mit niedrigen Kosten, die sich im Laufe der Seminare aber annähernd verdoppeln. Lassen Sie sich davon nicht täuschen. Ebenso gibt es Jagdschulen, die lediglich zwei bis drei Waffen zur Schießausbildung und -prüfung vorhalten. Erfragen Sie also vorher, wie viele Waffen eingesetzt werden und ob bei der Ausbildung auch Links- und Rechtsschützen berücksichtigt werden.

ISO29990

Die Jägerprüfung - Wichtigste Vorraussetzung für den Jagdschein

Um die Jagdausbildung erfolgreich abzuschließen, muss jeder Anwärter eine Jägerprüfung ablegen. Diese schließt sich meist unmittelbar an die Jagdausbildung an. Es ist eine Prüfungsgebühr zu verauslagen, die vom jeweiligen Landkreis erhoben wird. Die Zulassung zur Jägerprüfung erfolgt nur mit einwandfreiem Führungszeugnis, welches das zuständige Ordnungsamt beim Bundeszentralregister für jeden Prüfling anfordert.

Die Jägerprüfung ist in drei Teile gegliedert. Der Prüfling muss sein Wissen in einem schriftlichen und mündlichen/praktischen Teil unter Beweis stellen und in einer Schießprüfung den sicheren Umgang mit der Waffe und die erforderliche Treffsicherheit zeigen.

Es handelt sich bei der Jägerprüfung um eine staatliche Prüfung die vor einer Prüfungskommission abgelegt wird. Die Prüfungskommission wird vom Landkreis (untere Jagdbehörde/Ordnungsamt) gestellt.

Die Inhalte der Jägerprüfung sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die Anforderungen legen die jeweils zuständigen Ministerien der Bundesländer fest. In den Verordnungen zur Jägerprüfung lassen sich Inhalte und Anforderungen nachlesen.

Beantragung des Jagdscheins

Nach erfolgreichem Bestehen der Jägerprüfung kann der Jungjäger den Jagdschein bei der unteren Jagdbehörde (Ordnungsamt) des jeweiligen Landkreises beantragen. Hierzu benötigt man ein Lichtbild, das Prüfungszeugnis der Jagdausbildung und eine gültige Jagdhaftpflichtversicherung.

Man kann zwischen Jahres- und Tagesjagdscheinen wählen. Beim Jahresjagdschein ist zu beachten, dass das Jagdjahr am 1. April beginnt und am 31. März endet.

Die Dauer für die Beantragung und Ausstellung des Jagdscheins ist je nach Handhabung der zuständigen Ordnungsämter unterschiedlich. Hier schwanken die Zeiten zwischen 20 Minuten und 4 Wochen.

Preise

Die Preise einer Jagdschein Ausbildung variieren je nach Ausbildungsmodell und Anbieter. In der Regel liegen die Kosten für die Jagdausbildung bei 2.200 EUR bis 3.000 EUR.

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